Raunheimer Christoph Schneider nicht allein auf dem Schießstand ein Ass

Ambitioniert: Der Deutsche Jugendmeister Christoph Schneider, der für Tell Raunheim auf den Schießstand geht, will seine Leistungen in der neuen Saison bestätigen.  Foto: Michael Kapp

Ambitioniert: Der Deutsche Jugendmeister Christoph Schneider, der für Tell Raunheim auf den Schießstand geht, will seine Leistungen in der neuen Saison bestätigen.
Foto: Michael Kapp

Christoph Schneider hat sich bei der Deutschen Meisterschaft in München mit der mehrschüssigen Pistole den Jugendtitel gesichert. In seinem Verein, der Sport-Schützengesellschaft „Tell“ Raunheim, wurde der erfolgreiche Sportler bereits groß gefeiert. Schneider, der 2013 bereits mit Platz zwei bei der Hessenmeisterschaft auf sich aufmerksam machte, kam vor vier Jahren zum Schießsport. Der meist ernst wirkende Schüler, der nach Erlangung der Mittleren Reife von der Anne-Frank-Schule an die Gustav-Heinemann-Schule nach Rüsselsheim gewechselt ist, um dort das Abitur zu machen, erzählt, dass er seine Eltern nach einem Besuch auf dem Schützenfest gebeten habe, Mitglied bei der SSG Tell werden zu dürfen. Erfolge steigern Akzeptanz Mit zwölf Jahren war Schneider da gerade alt genug, um mit der Luftpistole schießen zu dürfen. Zunächst noch mit einer vom Verein gestellten Waffe. Die damaligen Jugendleiter Hannelore Arlt und Peter Wolf erkannten schnell das Talent von Schneider, der auch in der Schule mit sehr guten Leistungen überzeugte – unter anderem als Gewinner des Mathematikwettbewerbs. Im Allgemeinen heißt es, dass sich die Konzentration, die ein guter Schütze aufzubringen vermag, auf seine geistigen Fähigkeiten auswirke. Bei dem heute 16-Jährigen, der die Mittlere Reife mit einem Notendurchschnitt von 1,8 bestanden hat, war es gerade umgekehrt. Der als sehr ruhig und überlegt wahrgenommene Schüler brachte ideale Voraussetzungen für den Schießsport mit.

Vater Holger, seit dem Frühjahr Jugendwart bei den Tell-Schützen, verschweigt nicht, dass die sportlichen Ambitionen seines Sohnes in der Schule, nur wenige Jahre nach dem Amoklauf in Winnenden, zunächst eher skeptisch gesehen wurden. Doch mit den zunehmenden Erfolgen, die der Nachwuchsschütze, der mittlerweile in den Landesleistungskader aufgenommen wurde, erzielte, stieg die Akzeptanz für den von Christoph Schneider leidenschaftlich ausgeübten Sport.

Schließlich sei es kein Problem mehr gewesen, Christoph für die Teilnahme an Wettbewerben von der Schule freistellen zu lassen. Damit der Sohn, der zum 13. Geburtstag die erste eigene Luftpistole bekam, den Schießsport ausüben darf, musste der Vater nicht nur Mitglied im Verein werden, sondern als Erziehungsberechtigter auch an Lehrgängen, unter anderem zum Erwerb der Waffenberechtigungskarte, teilnehmen. Holger Schneider ist vom Potenzial des Sohnes überzeugt: „Bei den Ergebnissen, die er schießt, ist er im nächsten Jahr auch wieder dabei.“

Christoph, der als weiteres Hobby Fahrrad fahren nennt, freut sich bereits auf die nächste Wettkampfsaison. Mit Blick auf bevorstehende Meisterschaften erklärt er: „Es wäre schön, wenn man es wieder hinkriegt!“ Mittlerweile zeigt sein jüngerer Bruder Michael, der sich mit elf Jahren noch mit der Laserwaffe zu begnügen hat, ebenfalls Ambitionen.

von Michael Kapp

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