Walter Massing bestätigt seinen Platz unter den weltbesten Vorderladerschützen

Vorderlader Weltmeisterschaft 2014 Spanien

Vorderlader Weltmeisterschaft 2014 Spanien

GRANADA - Die deutschen Vorderladerschützen wurden ihrer Favoritenrolle bei den 16. Weltmeisterschaften im spanischen Granada eindrucksvoll gerecht. Das 23-köpfige Nationalteam des Deutschen Schützenbundes (DSB) dominierte unter 24 Nationen überlegen die 59 Entscheidungen. Das DSB-Team gewann 57 Medaillen, die deutschen Aktiven standen 29 Mal ganz oben auf dem Siegerpodest.

Mit vier Goldmedaillen hatte Walter Massing großen Anteil an den deutschen Erfolgen und behauptete seinen Platz unter den weltbesten Vorderladerschützen. In den Einzelwettbewerben siegte der 55-jährige Ginsheimer zwei Mal und steigerte seine Titelbilanz auf elf Einzelsiege seit dem Jahr 2000. „Einwandfrei“, kommentierte Massing sein Abschneiden, das am ersten Wettkampftag mit seinem Sieg im Wettbewerb „Pennsylvania“ mit dem Steinschlossgewehr begann.

Einen Tag später war der Ginsheimer am Mannschaftstitel im Wettbewerb „Pforzheim“ mit dem Perkussionsgewehr beteiligt. Die Einzelkonkurrenz „Vetterli“ hatte Massing zwischen 2002 und 2008 fünf Mal in Folge gewonnen. Daher zählte er wieder zum engsten Favoritenkreis. „Zwei Schüsse haben ganz knapp nicht zu einer Zehn gereicht. Da hatte ich kein Glück“, erklärte er den verpassten Medaillenrang. Mit 99 Ringen musste sich Massing mit Rang fünf in der Replika-Wertung begnügen.

99 Ringe genügen doch

Sein zweites Einzelgold holte sich der Ginsheimer im Wettbewerb „Tanegashima“ mit dem Luntenschlossgewehr. Nach anfänglichen Schwierigkeiten fand er ab dem fünften Schuss seinen Rhythmus und beendete mit 99 Ringen den Wettkampf. „Das reicht nicht zum WM-Titel, damit gewinnt man nicht“, meinte er danach, doch auch die Konkurrenz litt unter den schwierigen Bedingungen und Massing verteidigte mit einem Ring Vorsprung gegenüber den Schweizern Herbert Grad und Hans-Peter Rüfenacht seinen Titel. Im Mannschaftswettbewerb holte er zusammen mit Michael Frey (SV Rockenhausen) und dem Schongauer Peter Käpernick mit 17 Ringen Vorsprung die Goldmedaille.

Der vierte und letzte Wettkampftag begann für Massing mit drei „Neunern“ im Kniend-Wettbewerb „Hizadai“. Er ließ zwar eine Serie von acht Zehnern folgen, doch mit 98 Ringen verpasste er die Chance auf den zwölften WM-Titel und musste sich bei Ringgleichheit mit den Medaillengewinnern mit Rang vier zufriedengeben.

Neben Massing hatte sich aus dem Kreis Groß-Gerau der Bischofsheimer Reiner Holla für die Titelkämpfe in Granada qualifiziert. Der 55-Jährige absolvierte acht Starts und wurde mit zwei Mannschaftsgoldmedaillen belohnt. Dabei unterstrich Holla sein Niveau in den 100-Meter-Wettbewerben im Liegendanschlag. Mit dem Perkussions-Freigewehr gewann er Gold im Wettbewerb „Rigby“ zusammen mit Gudrun Wittmann (Schongau) und Achim Bailer (Rottweil). Mit dem Steinschlossgewehr verbesserte er mit Thomas Baumhakl (Niederwetz) und Peter Käpernick (FSG Schongau) den Weltrekord im Wettbewerb „Lucca“ um fünf Ringe. Im Einzelwettbewerb „Maximilian“ gelang Holla mit 94 Ringen der Sprung aufs Siegerpodest, der Bischofsheimer freute sich als Dritter über seine erste WM-Medaille bei einem Einzelstart.

Berich von Werner Wabnitz

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